Fragen und Antworten

zum Thema Wohnungslosenhilfe

  • Was tun, wenn mir der Wohnungsverlust droht oder ich meine Wohnung bereits verloren habe?

    Eine Delogierung kommt nicht von heute auf morgen. Bitte warten Sie nicht zu, bis es soweit ist! Je früher Sie sich an die richtigen Beratungs- bzw. Unterstützungseinrichtungen wenden, desto eher können Sie den Verlust Ihrer Wohnung noch abwenden.

    Beratungsstellen bei drohendem Wohnungsverlust:

    FAWOS – Fachstelle für Wohnungssicherung

    Die FAWOS (Fachstelle für Wohnungssicherung) ist die zentrale Anlaufstelle für alle BewohnerInnen von Privat- und Genossenschaftswohnungen, die vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind. Ziel ist der Wohnungserhalt.

    MA 11 – Wiener Kinder- und Jugendhilfe

    Anlaufstelle für BewohnerInnen von Gemeindewohnungen mit minderjährigen Kindern.

    Sozialzentren der Magistratsabteilung 40

    Anlaufstelle für BewohnerInnen von Gemeindewohnungen (ohne minderjährige Kinder): Beratung und Betreuung, sowie finanzielle Beratung durch entsprechendes Fachpersonal.

    Schuldnerberatung Wien

    Kostenlose Beratung für in Wien wohnende verschuldete Privatpersonen: rechtliche Aspekte im Zusammenhang mit Schulden, Analyse der wirtschaftlichen Situation und Erarbeitung von Problemlösungsmöglichkeiten.


    Anlaufstellen, wenn Sie Ihre Wohnung bereits verloren haben:

    Beratungszentrum Wohnungslosenhilfe des FSW

    Im Beratungszentrum Wohnungslosenhilfe beraten FSW-MitarbeiterInnen rund ums Thema „Wohnungslosigkeit“ und informieren über geförderte Leistungen der Wiener Wohnungslosenhilfe. Sie unterstützen obdachlose und wohnungslose Einzelpersonen, Paare, Familien und Alleinerziehende mit Kindern beim Organisieren betreuter Wohnplätze, sofern die Voraussetzungen für eine Förderung gegeben sind.


    P7 – Wiener Service für Wohnungslose

    Das P7 ist eine Anlaufstelle für obdach- und wohnungslose Menschen in Wien. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beraten in sozialen Notsituationen und bei drohender Wohnungslosigkeit, um bereits vorab eine Lösung zu finden. Im Rahmen des Winterpakets erfasst P7 in Kooperation mit dem FSW alle Nachtquartiersplätze und koordiniert die Platzvergabe.

  • Wie kann ich obdachlose Menschen unterstützen, die mir auf der Straße begegnen?

    Wichtig ist, obdachlosen Menschen mit Respekt zu begegnen. Sie befinden sich in einer extremen Notlage. Die Ursachen für Obdachlosigkeit sind vielfältig und reichen von familiären Krisen über langjährige Arbeitslosigkeit bis hin zu gesundheitlichen Problemen.

    Die Wiener Wohnungslosenhilfe bietet ein flächendeckendes und differenziertes Angebot, um obdachlosen Menschen rasch wieder ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Tageszentren und Beratungsstellen bieten unkompliziert erste, grundlegende Beratung und Unterstützung an. Der Folder „Erste Hilfe bei Wohnungslosigkeit“ informiert über die ersten und wichtigsten Anlaufstellen.

    Während der Wintermonate (November–April) sind zusätzlich unsere KälteApp und das „Kältetelefon“ unter der Telefonnummer 01/480 45 53 in Betrieb. Nutzen Sie diese Services, wenn Sie in Wien einen womöglich obdachlosen Menschen im öffentlichen Raum wahrnehmen. Dann nehmen MitarbeiterInnen der Straßensozialarbeit Kontakt mit der Person aufnehmen. Gelingt es, obdachlose Menschen zu Sozialeinrichtungen zu vermitteln, ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung professioneller Unterstützung getan.

    In akut lebensbedrohlichen Situationen oder bei Gesundheitsgefährdung rufen Sie bitte die Rettung unter der Notfallnummer 144.

  • Wie kann ich mittel- oder langfristig helfen?

    Sie können die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe durch Sach-, Zeit- oder Geldspenden unterstützen:  

    • Hilfsorganisationen freuen sich über Sachspenden, die sauber, gut erhalten und brauchbar sind. Für den Winter werden speziell folgende Sachspenden benötigt: Bekleidung, Schuhe, Baby- und Kinderartikel, Decken, Spielsachen. Bei Lebensmittelspenden bitte unbedingt das Ablaufdatum beachten.
    • Sollten Sie Ihre Zeit zur Verfügung stellen wollen, gibt es viele Möglichkeiten, in den Betreuungseinrichtungen ehrenamtlich mitzuarbeiten. 
    • Ihre Geldspende kommt sicher an, wenn Sie diese einem bestimmten Zweck bzw. einer bestimmten Organisation widmen. 

    Bitte informieren Sie sich direkt bei den Hilfsorganisationen über Spendenmöglichkeiten – zum Beispiel auf der Seite des FSW-Tochterunternehmens Obdach Wien.

    Über das Online-Service „Freiwillig für Wien“ finden Sie Angebote für freiwilliges Engagement.

  • Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um eine Leistung in Anspruch nehmen zu können?

    Anspruch auf FSW-geförderte betreute Wohnangebote besteht bei Menschen, die

    • in Wien wohnungs- bzw. obdachlos geworden sind,
    • in Wien vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind oder keinen Schlafplatz haben und
    • die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen bzw. österreichischen StaatsbürgerInnen gleichgestellt sind

    sowie

    • aufgrund ihrer besonderen Lebensverhältnisse eine Vielzahl an sozialen Schwierigkeiten haben und nicht in der Lage sind, diese aus eigener Kraft zu lösen und zu überwinden,
    • Betreuung beim Wohnen bzw. professionelle Unterstützung bei einer eigenständigen Lebens- und Haushaltsführung benötigen und
    • motiviert und bereit sind, ihre Lebenssituation zu verändern. 

    Weitere Informationen geben die MitarbeiterInnen des Beratungszentrum Wohnungslosenhilfe des Fonds Soziales Wien.

  • Welche Unterlagen brauche ich für die Antragstellung?

    Welche Unterlagen für die Inanspruchnahme einer Leistung der Wiener Wohnungslosenhilfe erforderlich sind, ist im Detail auf im Antrag beschrieben.

    Wesentlich sind jedenfalls: 

    • Alle vorhandenen Personaldokumente (wie Geburtsurkunde, amtlicher Lichtbildausweis, Staatsbürgerschaftsnachweis, Heiratsurkunde, Scheidungsurkunde etc.)
    • Aktuelle Einkommensbelege (wie Nachweis über Bezug der Bedarfsorientierten Mindestsicherung, AMS-Bezug, Gehalts-/Lohnbestätigungen, Pflegegeld, Rentenbezug etc.).

    • Unterlagen zum Wohnungsverlust (Kündigung durch den Vermieter,..)

  • Wo bekomme ich Informationen zum Erwachsenenschutz-Gesetz?

    Das 2. Erwachsenenschutz-Gesetz (2. ErwSchG) gilt seit 1. Juli 2018 und löste das bisherige Sachwalterrecht ab. Es soll zur Förderung der Selbstbestimmung von Menschen beitragen, die aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer vergleichbaren Beeinträchtigung in ihrer Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt sind. Ziel ist die Erweiterung der Autonomie und Selbstbestimmung der Zielgruppe. Ausführliches Informationsmaterial finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz. Das Ministerium bietet unter anderem Infos in leichter Sprache, ein Glossar und Broschüren zum Download an.

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