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Das Beste aus Praxis und Wissenschaft

Treffsichere Pflege für Kinder und Jugendliche braucht spezielle Grundlagen. Dafür wurden wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis kombiniert und erstmals 2020 als evidenzbasierte Leitlinien veröffentlicht.

Die Entwicklung von Leitlinien mit dem Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen und Partnerorganisationen hat im Fonds Soziales Wien (FSW) schon Tradition. So wurde mit den „Handlungsleitlinien Pflege und Betreuung“ bereits ein Nachschlagewerk erarbeitet, das die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien mit dem Wissen der Pflegekräfte aus der Praxis ergänzt. Mittlerweile hat sich aber im Rahmen von Qualitätsaudits gezeigt, dass die Pflege von Kindern und Jugendlichen andere Grundlagen braucht. Daher wurde 2019 mit der Entwicklung spezieller Leitlinien begonnen – beauftragt und finanziert vom Dachverband und vom FSW. Gemeinsam ist es ExpertInnen des Dachverbands, des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Wien und der pflegerischen Praxis gelungen, erstmals evidenzbasierte Leitlinien zu den Themen Mangelernährung, Flüssigkeitsmangel, Dermatitis (Hauterkrankungen) und Sturzrisiko für Kinder und Jugendliche zu erarbeiten.

Die beteiligten VertreterInnen der Mobilen Kinderkrankenpflege MOKI, des Wiener Hilfswerks, des Dachverbandes, des FSW-Fachbereichs Pflege und Betreuung sowie des Case Managements für den Kinder- und Jugendbereich haben die Zusammenarbeit als sehr bereichernd erlebt und sind von der positiven Auswirkung auf die betreuten Kinder und Jugendlichen sowie ihre Familien überzeugt.

Auf höchstem Niveau

Was die Leitlinien noch auszeichnet, ist ihr hoher, international vergleichbarer Standard – basierend auf wissenschaftlich beschriebenen Vorgangsweisen. Auf dieser Grundlage ist es der Universität Wien gelungen, in der renommierten Fachzeitschrift „Pflege“ einen Artikel zum Thema „Ernährungsmanagement bei mangelernährten Kindern in der häuslichen Pflege“ zu publizieren. Dies trägt dazu bei, die Leitlinien über das praktische Anwendungsfeld hinaus sichtbar zu machen. Allerdings ist eine evidenzbasierte Leitlinie nur so gut, so sehr sie die Praxis in ihrem Tun unterstützen kann – was im konkreten Fall für Ass.-Prof. Mag. Dr. Martin Nagl-Cupal, stellvertretender Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft, gelungen ist: „Die Entwicklung in Kooperation mit dem Dachverband, dem FSW und den Organisationen war ein Idealfall, wie die Verbindung zwischen Theorie und Praxis funktionieren kann“.

„Auf diese Publikation können wir wirklich stolz sein, denn dort werden extrem strenge wissenschaftliche Kriterien angelegt“, freut sich auch Monika Badilla, Leiterin Fachbereich Pflege und Betreuung im FSW.

Und weil Stillstand bekanntlich Rückschritt bedeutet, wird zu den Themen „Mobilität“ und „Schmerz“ bereits an weiteren Leitlinien gearbeitet.

(6.4.2021)