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Polizei warnt vor betrügerischem "Neffentrick"

Donnerstag, 21. Juli 2011

Das Büro für Kriminalprävention der Bundespolizeidirektion Wien rät Seniorinnen und Senioren zu großer Vorsicht unbekannten AnruferInnen gegenüber, die sich als entfernte Verwandte ausgeben. Der so genannte "Neffentrick" ist eine beliebte Methode von TrickbetrügerInnen.


So wie man nur selten plötzlich vom unbekannten reichen Onkel aus Amerika angerufen wird, genauso selten ruft der verschollene Neffe/die Nichte an, um das Wiedersehen feiern zu wollen. Es handelt sich dabei um einen Trick, der seit einigen Jahren höchst erfolgreich eingesetzt wird, um Menschen um ihr schwer verdientes Geld zu bringen. 

Es sind aber nicht immer nur angebliche Neffen und Nichten, sondern vielfach auch sonstige Verwandte oder Bekannte – je nachdem, wen das Opfer selbst namhaft macht. Denn grundsätzlich wird bei der telefonischen Kontaktaufnahme versucht, einen Namen herauszulocken, z.B. mit dem Trick: "Wir haben uns schon so lange nicht gehört, rate mal, wer ich bin..."

Mit zahlreichen, unmittelbar aufeinanderfolgenden Anrufen wird "Telefonterror" gemacht. So soll so dem Opfer die Zeit zum Überdenken der Situation genommen werden.

Wenn Sie ein beunruhigendes Bauchgefühl verspüren, glauben Sie an dieses. Warum sollte der/die Verwandte gerade jetzt auftauchen? Warum benötigt sie/er auch gerade jetzt Geld? Warum kümmerte er sich nicht um Sie, als es Ihnen schlecht ging? Lassen Sie sich nicht beeinflussen, die Leute wollen einfach nur Ihr Geld! Wenn er/sie ein neues Auto oder eine teure Eigentumswohnung kaufen muss oder möchte, dann nicht von Ihren Rücklagen.

Wenn Sie angerufen werden:

  • Legen Sie dem/der GesprächspartnerIn keinen Namen in den Mund!
  • Geben Sie keine Auskünfte über Ihre finanzielle Situation, Ihre Bankverbindungen oder gar Kontonummern!
  • Sie haben durchaus das Recht, unfreundlich zu sein. Sie können auch auflegen.
  • Lassen Sie sich bei einem Gespräch nicht ausfragen!
  • Sollte Ihnen etwas nicht geheuer vorkommen, halten Sie eventuell Rücksprache mit Verwandten oder Personen Ihres Vertrauens!
  • Tätigen Sie keine Geldabhebungen und vereinbaren Sie keine persönlichen Treffen für Geldübergaben!
  • Verständigen Sie die Polizei unter der Nummer 133 oder Euronotruf 112!
  • Lassen Sie sich nicht von Schauspielertricks beeindrucken, auch wenn der Anrufer von Leben und Tod spricht oder weint. Passt das zum Charakter der Person, die sie/er angeblich sein will? Bestehen Sie darauf, selbst zurückzurufen und verwenden Sie Telefonnummern, die Sie bereits vor dem Anruf hatten!

Der angebliche Neffe/Nichte/Verwandte/Bekannte wird bei einer möglichen Geldübergabe niemals persönlich erscheinen. Immer wird sie/er eine Ausrede finden, jemand anderen zu schicken. Als Ort für die Geldübergabe schlagen BetrügerInnen sowohl Ihre Wohnung als auch einen neutralen Ort vor. Lassen Sie keinesfalls Fremde in Ihre Wohnung!

 

Noch ein Hinweis: PolizistInnen und andere Amtspersonen legitimieren sich mit einem Dienstausweis, zusätzlich kann eine Kokarde gezeigt werden. Bei Unklarheiten fragen Sie nach der zuständigen Polizeidienststelle, tätigen Sie einen Rückruf und kontrollieren Sie, ob die Telefonnummer eine Rufnummer der Polizei ist.

 

Nützliche Tipps gegen BetrügerInnen oder TrickdiebInnen finden Sie in der Broschüre "Sicher in Wien", die Sie hier herunterladen (PDF, 3,34 MB) oder beim FSW-KundInnentelefon unter 01/24 5 24 (Mo-So, 8:00 bis 20:00 Uhr) kostenlos bestellen können.

 

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